Der französische Präsident Emmanuel Macron hat vor dem Lumière-Gipfel, den er gemeinsam mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung ausrichtet, einen „neuen Multilateralismus“ in Kino, Fernsehen, Gaming und Animation gefordert. Der Gipfel soll führende Vertreter der globalen Unterhaltungsbranche zusammenbringen. In einem Gastbeitrag vom 6. September argumentierte Macron, die Bildschirmindustrien müssten in der Lage bleiben, anspruchsvolle Werke zu finanzieren und auf bislang unbekannte Stimmen zu setzen. Variety
Macron unterschied zwischen einem „endlosen Angebot an Inhalten“ und von Urheberinnen und Urhebern geprägten Werken, die Zeit, Talent, Risiko und Absicht erfordern. Kino, Serien und Videospiele stellte er als Formen dar, die anhaltende Aufmerksamkeit, Vorstellungskraft und gemeinschaftliches Erleben fördern können. Variety
Über ein Finanzierungsprogramm des Gipfels, regulatorische Maßnahmen, politische Schritte oder einen Zeitplan für die Umsetzung wurde nicht berichtet. Variety
Folgenabschätzung
Für Führungskräfte der Unterhaltungsbranche rückt der Gipfel grenzüberschreitende Zusammenarbeit und die Frage, ob sie Finanzierung und Vertrieb erreicht, unmittelbar auf die Tagesordnung. Sollten die Teilnehmer gemeinsame Ansätze befürworten, könnten sie unter Druck geraten zu erläutern, ob sich ihre nationalen und unternehmerischen Strategien ändern werden. Ohne konkrete Zusagen dürften die bestehenden Ansätze voraussichtlich bestehen bleiben. Variety
Unabhängige Kreative und bislang unbekannte Stimmen könnten in den kommenden sechs bis zwölf Monaten neue Wege zu Finanzierung und Publikum gewinnen, wenn Regierungen und Unternehmen kooperative Finanzierungs- oder Vertriebsmechanismen schaffen. Dieses Ergebnis hängt von operativen Zusagen ab, nicht allein von der kulturellen Begründung des Gipfels. Variety
Langfristig könnten mehr Finanzierung und Vertrieb für von Urheberinnen und Urhebern geprägte Bildschirmwerke deren Verfügbarkeit und Bewerbung ausweiten. Das würde die Optionen beeinflussen, die Familien und Pädagoginnen und Pädagogen bei der Begleitung der Bildschirmnutzung zur Verfügung stehen. Diese Wirkungskette würde unterbrochen, falls die Zusammenarbeit Investitionen oder Zugang nicht verändert. Variety
Szenarien
Unsere Einschätzung (informierte Spekulation):
Am wahrscheinlichsten. Bleibt der Gipfel bei einem allgemeinen Aufruf zur Zusammenarbeit ohne konkret definierte Maßnahmen zu Finanzierung, Politik oder Marktzugang, werden die Teilnehmer anspruchsvolle Bildschirmwerke in den kommenden sechs bis zwölf Monaten öffentlich unterstützen, zugleich aber ihre gegenwärtigen Finanzierungs- und Vertriebsstrategien beibehalten. Dies ist das Basisszenario, weil Macrons Gastbeitrag zwar ein gemeinsames Anliegen formuliert, jedoch keinen berichteten Umsetzungsmechanismus nennt. Gipfelformulierungen zur Zusammenarbeit ohne operative Zusagen würden diesen Weg stützen; ein finanziertes Gemeinschaftsprogramm oder eine klar definierte Vertriebsinitiative würde ihn widerlegen. Variety
Positivszenario. Wenn Regierungen und Branchenführer Macrons Sorge um Finanzierung und bislang unbekannte Stimmen in konkrete Zusagen übersetzen, könnte innerhalb von sechs bis zwölf Monaten ein Rahmen für Koproduktionen, ein Fonds oder ein Vertriebskanal entstehen. Er könnte Kapital und Zugang zum Publikum auf anspruchsvolle Filme, Serien, Spiele und Animationen außerhalb etablierter Formate lenken und die Möglichkeiten von Kreativen verbessern, Projekte zu entwickeln und zu veröffentlichen. Eine ausdrückliche Förderberechtigung für solche Werke würde dieses Szenario stärken. Variety
Negativszenario. Wenn sich die Teilnehmer nicht über Ressourcen, Marktzugang und Umsetzung in verschiedenen Ländern und Bildschirmsektoren verständigen, könnte der Multilateralismus des Gipfels rhetorisch bleiben. Der Finanzierungsdruck und die Probleme bei der Auffindbarkeit anspruchsvoller Werke würden in den kommenden sechs bis zwölf Monaten dann weitgehend unverändert bleiben, während leicht verbreitbare Inhalte weiterhin die Aufmerksamkeit der Branche auf sich ziehen. Fehlende Zusagen mit Auswirkungen auf Investitionen, Zusammenarbeit oder Projektauswahl würden dieses Ergebnis stützen; grenzüberschreitende Partnerschaften, die nachweislich anspruchsvolle Werke finanzieren oder vertreiben, würden es abschwächen. Variety
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