Der Tokyo Gap-Financing Market von TIFFCOM ist erstmals eine Partnerschaft mit Frontières eingegangen. Dadurch ergänzt eine Genrepräsentation mit fünf Projekten das Programm aus 24 Spielfilmprojekten; zudem ist gemeinsam mit der Imagica Group die erste öffentliche Pitch-Veranstaltung für den 28. Oktober geplant. Dieser Bericht basiert auf der Berichterstattung von Variety.
Der siebte TGFM vereint Projekte aus 24 Ländern und Regionen. Jedes muss mindestens 60 % seines Budgets gesichert haben und einen Asienbezug aufweisen. Einzelgespräche sollen Produzentinnen und Produzenten dabei helfen, verbleibende Finanzierungslücken zu schließen.
Die Frontières-Präsentation wird vom auf Genrekino spezialisierten Koproduktionsmarkt des Fantasia International Film Festival organisiert. Sie umfasst Titel wie den Thriller „Trinity“ des singapurischen Regisseurs Boo Junfeng, Kevin Rahardjos von kirgisischen Legenden inspirierten Film „The Land of Jinn“, das Body-Horror-Projekt der brasilianischen Filmemacherin Gabriela Amaral Almeida und „The Saddest Stories on Earth“ des vietnamesischen Regisseurs Diep Nguyen Hoang.
Zehn der 24 ausgewählten Projekte, darunter die fünf Frontières-Titel, sollen bei der Veranstaltung am 28. Oktober pitchen. Japan ist an der Produktion von zwölf ausgewählten Projekten beteiligt, acht davon stammen aus dem Land selbst. Das weitere Programm umfasst zudem fünf Animationsprojekte sowie drei Projekte aus der im dritten Jahr bestehenden Zusammenarbeit von TIFFCOM mit Italiens Cinecittà.
Folgenabschätzung
Für die fünf Frontières-Projekte eröffnet die Partnerschaft in den kommenden Wochen einen klaren Weg zu den Finanzierungsgesprächen und dem öffentlichen Pitch-Programm des TGFM. Das könnte den Zugang zu potenziellen Geldgebern und Koproduktionspartnern erweitern, garantiert jedoch nicht, dass ein Projekt sein restliches Budget sichert.
Für die übrigen Projekte erweitert die neue Genrepräsentation die Auswahl, die Geldgeber prüfen können, während zugleich der Wettbewerb um die begrenzte Sichtbarkeit bei den Pitches zunimmt. Unabhängige Produzentinnen und Produzenten mit Asienbezug könnten von einer weiteren Anlaufstelle für Finanzierungen in einer späten Projektphase profitieren; Teams, die an Projekten arbeiten, bleiben jedoch darauf angewiesen, dass aus Gesprächen Kapital und Fortschritte in der Produktion entstehen.
Szenarien
Unsere Einschätzung (fundierte Spekulation)
Am wahrscheinlichsten: Wenn TGFM Branchenfachleute anzieht, die Projekte weiterverfolgen können, welche die Schwelle von 60 % gesicherter Finanzierung bereits erreicht haben, werden die fünf Frontières-Titel die Finanzierungsgespräche durch Treffen und den Pitch am 28. Oktober erweitern. In den folgenden sechs bis zwölf Monaten könnten einige Produzentinnen und Produzenten nach weiterem Interesse die Finanzierung strukturieren oder die Produktion vorantreiben, während andere andernorts weiter nach dem Restbetrag suchen. Neue Finanzierungspartner, Koproduktionsvereinbarungen oder Produktionsstarts würden diesen Verlauf stützen.
Positivszenario: Wenn die Präsentation sichtbare Fortschritte bei Finanzierung oder Koproduktion hervorbringt, könnten TIFFCOM und Frontières in einer späteren Ausgabe mit einem erneuerten oder größeren Genreformat zurückkehren. Das gäbe kleineren Produktionsfirmen mehr Anlass, Horror- und Thrillerprojekte mit Asienbezug für beide Märkte zu entwickeln und könnte die grenzüberschreitende Produktionsaktivität vertiefen.
Negativszenario: Wenn das Interesse der Geldgeber nicht mit der Zahl der Projekte Schritt hält, die eine Lückenfinanzierung suchen, könnte das zusätzliche Genreprogramm den Wettbewerb um Gespräche und die zehn Pitch-Plätze verschärfen, ohne das verfügbare Kapital zu erhöhen. Projekte, die die 60-%-Marke überschritten haben, könnten länger in Entwicklung bleiben, wodurch Produzentinnen und Produzenten andere Märkte aufsuchen oder ihre Produktionspläne überarbeiten könnten.
Was als Nächstes zu beobachten ist
TIFFCOM und die Imagica Group wollen den öffentlichen Pitch am 28. Oktober mit zehn Projekten abhalten, darunter die fünf Titel der Frontières-Präsentation. In den folgenden Wochen und Monaten wären bestätigte Geldgeber, Koproduzenten, vollständig finanzierte Budgets oder Produktionsstarts bei ausgewählten Projekten die deutlichsten Hinweise darauf, ob die neue Partnerschaft den Zugang tatsächlich in Fortschritte bei der Finanzierung umsetzt.
Kommentare
Noch keine Kommentare.