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Ilya Khrzhanovsky verteidigt DAUs Wettbewerbsteilnahme in Venedig trotz Kritik aus der Ukraine

In Venedig wies Ilya Khrzhanovsky öffentlich Behauptungen zurück, „DAU“ habe Verbindungen zum russischen Staat, bezeichnete Sergei Adoniev als ersten Finanzier des Projekts von 2008 bis 2019 und erklärte seine Unterstützung dafür, dass die ukrainische Regierung den Krieg gewinnt.

Warum das wichtig ist

Die öffentliche Antikriegsäußerung des Regisseurs und seine Darstellung der historischen Finanzierung verschaffen Festivalorganisatoren eine klarere Antwort auf die Kritik, während der zugrunde liegende Vorwurf staatlicher Verbindungen umstritten bleibt.

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Ilya Khrzhanovsky verteidigte den Wettbewerbsslot von DAU bei den Filmfestspielen von Venedig gegen Einwände ukrainischer Behörden. Er erklärte, er wolle, dass die ukrainische Regierung „das Land rettet und diesen Krieg gewinnt“. Dieser Bericht stützt sich auf Recherchen von Variety.

Khrzhanovsky wies zudem Behauptungen zurück, das Projekt unterhalte Verbindungen zum russischen Staat. Er sagte, der russische Oligarch Sergei Adoniev sei von 2008 bis 2019 der erste Finanzier von DAU gewesen, und erklärte, die Finanzierung habe sich in den vergangenen sieben Jahren verändert.

Der 3 Stunden und 15 Minuten lange Film begleitet den sowjetischen Physiker Lev Landau von 1928 bis 1968 und geht auf ein zwei Jahrzehnte umfassendes Projekt aus Film, Fernsehen und Kunst zurück. Zu den früheren Filmen des Projekts gehören DAU. Degeneration (2019) und DAU. Natasha (2020).

Das ukrainische Außenministerium, Kulturministerium und die Botschaft in Italien hatten Venedig dafür kritisiert, ein Projekt zu zeigen, das ihrer Ansicht nach mit russischen Staatsnetzwerken verbunden ist. Venedigs künstlerischer Leiter Alberto Barbera hatte die Auswahl zuvor verteidigt und Khrzhanovsky als einen Dissidenten gegen die Invasion bezeichnet. Der Bericht belegt nicht unabhängig, ob das Projekt Verbindungen zum russischen Staat hat.

Die historische Parallele

Der Streit erinnert an die Trennung der Münchner Philharmoniker von Valery Gergiev im Jahr 2022, nachdem er sich weder von Russlands Invasion noch von Wladimir Putin distanziert hatte, wie The Guardian berichtete. Ein geplantes Gergiev-Konzert in Caserta wurde später nach Protesten abgesagt, wie AP berichtete.

Der Vergleich hat klare Grenzen: Im Fall Gergievs ging es um dokumentierte persönliche Nähe und aktive institutionelle Funktionen. Khrzhanovsky hat seine Unterstützung für die Ukraine erklärt, während sich der Streit in Venedig auf umstrittene Projektverbindungen und historische Finanzierung bezieht.

Folgenabschätzung

Venedig hat nun eine konkretere Grundlage, DAU im Wettbewerb zu belassen: die öffentliche Antikriegsposition des Regisseurs und seine Darstellung von Adonievs Rolle zwischen 2008 und 2019. Das Festival bleibt jedoch angreifbar, solange die Fragen zur Finanzierung nicht umfassender geklärt werden.

Für ukrainische Kulturvertreter verlagert Khrzhanovskys Antwort die Debatte auf Belege zu Finanzierung und Verbindungen des Projekts. Für Verleiher und künftige Veranstalter könnte die Kontroverse Buchungen in den kommenden Wochen anfälliger für Proteste und Reputationsrisiken machen, insbesondere wenn neue Belege auftauchen.

Szenarien

Unsere Einschätzung (fundierte Spekulation)

Am wahrscheinlichsten: Wenn keine belastbaren Belege für eine derzeitige staatlich verknüpfte Finanzierung auftauchen, behält Venedig DAU in den kommenden Tagen und Wochen im Wettbewerb. Die Erklärung des Regisseurs gibt den Organisatoren Gründe, an der Auswahl festzuhalten, während sich die Einwände weiter auf die Finanzierungsgeschichte des Projekts konzentrieren.

Positives Szenario: Wenn die Erklärung zur historischen Finanzierung unwidersprochen bleibt und keine neuen konkreten Verbindungen festgestellt werden, könnten Veranstalter Khrzhanovskys erklärte Position von der früheren Finanzierung des Projekts trennen. Das könnte den Druck auf die Programmgestaltung verringern und die Aufmerksamkeit wieder auf den Festivalweg des Films lenken.

Negatives Szenario: Wenn anhaltende Einwände oder stärkere Belege für staatlich verknüpften Einfluss auftauchen, könnten andere Kulturinstitutionen in den kommenden Wochen bis zu 12 Monaten Vorführungen überdenken oder öffentliche Erklärungen dafür verlangen, das Werk zu zeigen. Der Auslöser würde sich dann von einem Venedig-spezifischen Streit zu einer breiteren Abwägung von Programmrisiken verschieben.

Was als Nächstes zu beobachten ist

Der veröffentlichte Wettbewerbsstatus von DAU in Venedig wird zeigen, ob das Festival seine Position ändert. Ebenfalls bedeutsam sind überprüfbare Details zur Finanzierung nach 2019 sowie die Frage, ob ukrainische Behörden auf Khrzhanovskys Erklärung reagieren, indem sie ihren Einwand aufrechterhalten, präzisieren oder abschwächen.

Sources (6)
  1. Variety‘DAU’ Director Ilya Khrzhanovsky Responds to Ukraine Backlash at Venice: I Wish for the Ukrainian Government to ‘Save the Country and Win This War’
  2. AP BusinessUS tourism groups want to win Canadian visitors back. A testy trade war isn't helping
  3. theguardian.comA timeline of Trump’s travel ban: what's happened, and what's next
  4. apps.bea.govU.S. Travel and Tourism Satellite Account
  5. theguardian.comMunich Philharmonic sacks conductor Valery Gergiev over failure to denounce Putin
  6. apnews.comRussian conductor Gergiev's Italian concert is canceled after protests

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