Was sich geändert hat
Laut dem Bericht von France 24 vom 8. September bezeichnet Barbara Slavin, Distinguished Fellow am Simpson Center, den Krieg der USA mit Iran im Persischen Golf als schädliche Pattsituation. Ihre Einschätzung: Weder Washington noch Teheran haben einen politisch tragfähigen Ausweg gefunden; während die USA wirtschaftliche und wahlpolitische Kosten tragen, ist Iran mit Engpässen, Inflation, innerem Dissens und verschärfter Repression konfrontiert.
Warum das wichtig ist
Der ernüchternde Dreh- und Angelpunkt ist die Wahrung des Gesichts. Ein militärisches Problem kann mit einem Waffenstillstand enden; ein politisches Problem endet erst, wenn beide Seiten mit der Geschichte leben können, die sie anschließend erzählen. Slavins Einschätzung legt nahe, dass beide Regierungen Gründe haben könnten, nach Entlastung zu suchen, aber weniger Spielraum, Bedingungen zu akzeptieren, die wie ein Rückzug wirken.
Damit sind die Kosten des Konflikts mehr als bloßes Hintergrundrauschen. Engpässe und Inflation können den Alltagsspielraum in Iran einengen. Wirtschaftlicher und wahlpolitischer Druck kann den politischen Handlungsspielraum in den USA einengen. Wenn beide Seiten im Inland unter Druck stehen, wird ein gangbarer Ausweg notwendiger und zugleich schwerer zu vermitteln.
Unser Ausblick (informierte Spekulation): Wenn die von Slavin beschriebene Pattsituation in den kommenden Wochen anhält, wird der Druck wachsen, einen Ausweg zu finden, ohne dass Kompromisse dadurch zwangsläufig leichter werden.
Folgenabschätzung
- Iranische Haushalte: betroffen, über Wochen. Wenn Engpässe und Inflation anhalten, könnten sich der Zugang zu Gütern und die Kaufkraft weiter verschlechtern. Verschärfte Repression bei gleichzeitigem innerem Dissens könnte die alltäglichen wirtschaftlichen Entscheidungen noch stärker einschränken.
- Politische Führung der USA: gemischt, über Wochen. Die berichteten wirtschaftlichen und wahlpolitischen Kosten könnten den Anreiz erhöhen, einen tragfähigen Ausweg anzustreben. Dieselben Kosten könnten Zugeständnisse jedoch politisch erschweren, wenn sie als Eingeständnis des Scheiterns erscheinen.
- US-amerikanische und iranische Verhandler: betroffen, über sechs bis zwölf Monate. Wenn die Wahrung des Gesichts zentral bleibt, müsste jede Deeskalation beiden Regierungen ein Ergebnis bieten, das sie als tragfähig darstellen können. Dieses Erfordernis kann die Bedingungen einengen, die beide Seiten akzeptieren können.
Szenarien
Am wahrscheinlichsten
Wenn keine Seite in den kommenden Wochen ein politisch tragfähiges Ergebnis erzielt, dürfte der Konflikt politisch festgefahren bleiben. Die US-Führung würde weiterhin die berichteten wirtschaftlichen und wahlpolitischen Kosten gegen das Risiko eines Ausstiegs abwägen, der erfolglos wirkt, während Engpässe und Inflation die Lage in Iran weiter belasten. Dies ist das Basisszenario, weil Slavins Darstellung sowohl eine Pattsituation als auch ein Hindernis durch die Wahrung des Gesichts benennt.
Anzeichen, die dieses Szenario stützen würden, wären anhaltende Schwierigkeiten, einen tragfähigen Ausweg zu finden, weitere wirtschaftliche oder wahlpolitische Kosten für die USA sowie fortbestehende Engpässe oder Inflation in Iran. Eine für beide Seiten akzeptable Deeskalationsvereinbarung, ein klarer politischer Ausweg für eine der Seiten oder eine Entspannung bei Engpässen und Inflation in Iran würden es abschwächen.
Positivszenario
Wenn Verhandler Bedingungen finden, die sowohl Washington als auch Teheran erlauben, ein politisch tragfähiges Ergebnis für sich zu beanspruchen, könnte eine ausgehandelte Deeskalation den durch die Pattsituation entstandenen Druck über sechs bis zwölf Monate verringern. Das könnte die von Slavin beschriebenen Kosten für die USA begrenzen und die mit Engpässen und Inflation verbundenen Belastungen in Iran mildern.
Ein für beide Seiten akzeptabler Rahmen für eine Einigung, niedrigere berichtete Kosten für die USA und eine bessere Warenverfügbarkeit oder nachlassende Inflation in Iran würden diesen Weg stützen. Zunehmende Repression, sich vertiefender Dissens oder steigende wirtschaftliche Kosten würden dagegen sprechen.
Negativszenario
Wenn kein gesichtswahrender Ausweg entsteht und die innenpolitischen Kosten weiter zunehmen, könnte sich die Pattsituation über sechs bis zwölf Monate verschärfen. Der politische Druck in den USA könnte wachsen, während iranische Haushalte unter anhaltenderen Engpässen und Inflation leiden; diese Belastungen könnten Zugeständnisse für beide Regierungen dann noch schwieriger machen.
Stärker ausgeprägte Engpässe oder Inflation, verschärfte Repression bei gleichzeitigem Dissens sowie weitere wirtschaftliche und wahlpolitische Kosten für die USA würden in diese Richtung weisen. Ein dauerhafter Rückgang des innenpolitischen Drucks oder glaubwürdige Belege für einen für beide Seiten tragfähigen politischen Ausweg würden es abschwächen.
Worauf als Nächstes zu achten ist
- Ob die Vereinigten Staaten und Iran eine Deeskalationsvereinbarung finden, die beide öffentlich vertreten können.
- Ob sich die berichteten Engpässe und die Inflation in Iran in den kommenden Wochen abschwächen oder verschärfen.
- Ob die von Slavin genannten wirtschaftlichen und wahlpolitischen Kosten für die USA zurückgehen oder weiter steigen.
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